"Ich segne Sie aus der Ferne" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stefan Stratmann   
Freitag, den 06. August 2010 um 21:57 Uhr

 

Herr Herbert Sobireg schrieb im Westfalen Blatt (WB Nr. 171 / 26. Juli 2010):

Das hat es in der Wallfahrtskirche St. Marien Dalhausen noch nicht oft gegeben: mit anhaltendem und herzlichem Applaus verabschiedeten mehrere hundert Gläubige aus dem Pastoralverbund Dreiländereck „ihren“ Pfarrer Stefan Stratmann. Nach sieben Jahren verlässt der Seelsorger Dalhausen, um eine neue Stelle in Kleinenberg anzutreten.

Damit geht auch die fast 800-jährige Geschichte der Pfarrei Dalhausen unwiderruflich zu Ende, denn die Pfarrstelle wird nicht wieder besetzt. Leiter des neuen Pastoralverbundes („Dreiländereck“ und „Beverunger Land“ wird der Beverunger Pfarrer Christof Hentschel. Er ist zukünftig als Pfarrverwalter für Dalhausen verantwortlich.Zu Hunderten folgten die Gläubigen aus dem Pastoralverbund „Dreiländereck“ (Dalhausen, Haarbrück, Jakobsberg, Herstelle und Würgassen) dem Ruf des Glockengeläuts in die Wallfahrtskirche St. Marien Dalhausen, um im festlichen Gottesdienst Abschied von Pfarrer Stefan Stratmann zu nehmen, der am 31. Juli nach sieben Jahren Dalhausen und den Pastoralverbund verlässt. Begleitet von den Fahnenabordnungen aus den Verbundsgemeinden, zogen Pfarrer Stratmann und Vikar Konrad Kupiec mit den Messdienern in die bis auf den letzten Platz besetzte Wallfahrtskirche ein.


Gottes Mühlen mahlen anders“, stellte der scheidende Pfarrer eingangs der Messfeier etwas bedrückt fest, „doch ich folge dem Ruf unseres Erzbischofs Hans-Josef Becker in den Wallfahrtsort Kleinenberg. In meinen Gebeten werde ich aber auch in Zukunft mit den Menschen im bisherigen Pastoralverbund Dreiländereck verbunden bleiben und verspreche, alle aus der Ferne zu segnen, die sich meinem Gebet empfohlen haben, und die mich in ihr Gebet einschließen.“

Noch einmal erinnerte der Pfarrer, der seit 18 Jahren Priester ist (Primiz am 7. Juni 1992), an seinen Start in Dalhausen am 31. August 2003, als er beauftragt mit dem Aufbau des Pastoralverbundes und als dessen Leiter in Dalhausen antrat. Maßgeblich unterstützt worden sei er damals vom bereits verstorbenen Pfarrer Josef Scholle und Pfarrer Werner Apostel aus Herstelle. Ihnen und allen, die ihn bei seiner Arbeit begleitet haben, galt sein ganz besonderer Dank. Dabei leuchteten seine Augen verräterisch feucht.

Auf sein segensreiches Wirken im Pastoralverbund und Dalhausen, ging Pfarrgemeinderatsvorsitzende Katja Koch ein. Sie wies auf drei große Bausteine, die Pfarrer Stratmann zu bewältigen hatte: Gründung des Pastoralverbundes mit den Kirchengemeinden Dalhausen, Haarbrück, Jakobsberg, Herstelle und Würgassen, Sanierung, Erhaltung und Restaurierung von Gebäuden im Pastoralverbund und – der wichtigsten Aufgabe – Seelsorge und Gebet.

Katja Koch wünschte dem scheidenden Seelsorger für die Zukunft mehr Zeit zum Gebet, zur Besinnung und mehr Zeit für die ihm sehr am Herzen liegende Marienverehrung. Zum Abschied schenkte sie ihm im Auftrag des Pastoralverbundes ein Bild mit Abbildungen aller Kirchen im Pastoralverbund Dreiländereck. Die Messdiener verabschiedeten sich mit nützlichen Geschenken für den Garten. (Anmerkung: damit wollten sie die Funktion des Sämanns deutlich machen!)

Musikalisch umrahmt wurde die Festmesse von Organist Matthias Koch aus Brakel, dem Gesangverein Dalhausen und einer Kinderschola, gebildet aus den Messdienern und den „Shaddies“.

 

In der Beverunger Rundschau (Nr. 30 / 28. Juli 2010) schrieb Frau Siebrecht: (Auszug):

... Mit seinem Amtsantritt begann die Gründung des Pastoralverbundes Dreiländereck, dessen Umsetzung Stratmann begleitete und führte. Ein Koordinierungskreis wurde gegründet und der Pfarrbrief eingeführt (Anmerkung: In Herstelle und Würgassen gab es bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Pfarrbrief!)

In unzähligen Sitzungen mit den Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten organisierte er das geistliche Leben in den Gemeinden und sorgte für Sanierung und Restaurierung der Gebäude. In Jakobsberg wurden neue Glocken angeschafft. In Haarbrück und Dalhausen neuen Heizungen eingebaut. Kirche und Kirchplatz in Herstelle wurden saniert und die Pfarrheime in Dalhausen und Würgassen modernisiert. Mit dem Team der KinderBibelWoche konnten mehrere Bibelwochen für je fast 100 Kinder durchgeführt werden. Der Kreis der Messdiener wurde vergrößert und die Jugendgruppe „Die Shaddies“ gegründet und Glaubenskurse für Erwachsene in den Abendstunden durchgeführt.

Katja Koch dankte Pfarrer Stratmann für seine unermüdliche Arbeit und wünschte ihm in der neuen Stelle weniger Stress mit Organisation und mehr Zeit für die geistliche Arbeit, die ihm sehr am Herzen liegt. Als Andenken überreichte sie im Namen aller Gemeindemitglieder eine Zeichnung der fünf Kirchen des Pastoralverbundes. Die Messdiener dankten für die gemeinsame Zeit und für den Humor des Pfarrers und verschenkten Samen, die im neuen Garten in Kleinenberg aufgehen und an das Dreiländereck erinnern sollen.

Die Shaddies dankten in Gedichtsform für viele schöne gemeinsame Stunden und hatten eine Figur aus einer gemeinsam besprochenen Geschichte für den Pfarrer gebastelt (Anmerkung: einen Toto, der in der Geschichte ein Lebenshilfeassistent = Gewissen ist).

Pfarrer Stratmann dankte in seiner Abschiedsrede allen seinen amtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement und die konstruktive Zusammenarbeit versprach, die Gemeindemitglieder in seine Gebete einzuschließen und lud alle ein, ihn in seinem neuen Wirkungskreis zu besuchen.


 

 
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