Jesus Christus - wahrer Gott und wahrer Mensch PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stefan Stratmann   
Samstag, den 23. Januar 2010 um 01:00 Uhr

Die vielen Menschen in Nazareth, die Jesus in der Synagoge zugehört hatten, staunten über seine Worte und seine Weisheit. Seine Wundertaten können sie ebenfalls nicht fassen. Woher hat Er das alles?

 

Die Menschen geraten in Staunen. Aber Sie lehnen „Jesus Christus“ ab, weil er doch nur ein gewöhnlicher Mensch mit Namen „Jesu“ ist. Jeder im Dorf kennt seine Eltern und seine Herkunft. Er ist bekannt als Zimmermann und als der Sohn von Maria und Josef.

Was sich in dieser kurzen biblischen Schilderung zusammendrängt, ist die Grundspannung des Glaubens und die Grundursache des Unglaubens. Das öffentliche Auftreten Jesu beginnt nicht zufällig mit dieser Begebenheit in Nazareth. Sie ist beispielhaft für sein folgendes Wirken und Predigten. Die Menschen, die ihm begegnen, werden sich an seiner Person scheiden in Glaubende und Unglaubende.

Viele Menschen sind auch heute „Nazarener des Glaubens“! Sie würden nicht leugnen, dass es einen Gott gibt, der wunderbare Dinge wirken kann. Irgendwie ahnen und spüren sie, dass ihr Leben von einer „höheren Macht“ getragen wird. Auch würden sie einen Menschen annehmen, der als Mann und Bote Gottes auftritt, lehrt und wirkt. Aber die Verbindung beider Elemente wird nicht erfasst. Dass nämlich Göttliches und Menschliches in derselben Person „Jesus Christus“ sich gegenseitig durchdringen, ist „unglaublich und unfassbar“.

Die Einheit von Gott und Mensch wird nicht erfasst, weil sie letztlich nicht zu fassen ist, sondern nur zu glauben.

Die reine Vernunft flüstert den Menschen stets ein „Entweder – Oder“ in Herz und Verstand. Entweder ist er Mensch oder Gott; entweder ist es erklärbar oder unglaublich.

Es ist das Ärgernis des Glaubens und das Wesen Jesu Christi. In Jesus, dem Christus, sind Gott und Mensch, Ewigkeit und Zeit, Himmel und Erde eine untrennbare und wunderbare Einheit geworden. Dieses Wunder lässt sich mit bloßen Worten und reinem Verstand nicht umgreifen.

Das ist der Stein des Anstoßes damals und auch heute: das Göttliche im Menschlichen und das Menschliche im Göttlichen. Dieses „Ärgernis des Glaubens“ lässt sich nicht beseitigen. Im Gegenteil: die gegenseitige Durchdringung von Sichtbarem und Unsichtbarem, von Göttlichem und Menschlichem ist die Grundstruktur unseres Glaubens. Sie ist der „Bauplan“ des ganzen christlichen Glaubens, des Gottmenschen „Jesus Christus“, der Sakramente und auch der Kirche.

Nur in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus können wir dieses Geheimnis seiner Person annehmen und erkennen.

 

Westfalen Blatt Nr. 19 / 23. Jan 2010

 

 
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