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| "Alles vergeht, Gott allein bleibt und das, was wir aus Liebe zu ihm getan und geopfert haben." |
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| Geschrieben von: Stefan Stratmann |
| Samstag, den 14. November 2009 um 01:00 Uhr |
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Jeder Morgen zeigt sich als ein neuer Anfang, jeder Abend weist auf das zukünftige Ende hin. Im Monat November wird uns das stärker als sonst bewusst. Und doch trauen wir wie selbstverständlich dem Leben, dem Geschehen, der Zukunft. Wir tragen die tiefe, unauslöschliche Ahnung in uns, dass am Ende nicht alles vergeht und vergebens, umsonst und nutzlos war. Es ist die Ahnung des Ewigen, die jeder in sich trägt und keiner loslässt. Dieses Gefühl braucht aber Klarheit und Sicherheit, sonst bleibt es wertlos. Die Frage aber ist: Wie bringen wir die Erfahrungen von Anfang und Ende von Vergehen und Bleiben in Einklang? Der hl. Franz von Sales gibt eine schlichte, einprägsame und gültige Antwort: "Alles vergeht, Gott allein bleibt und das, was wir aus Liebe zu ihm getan und geopfert haben." Alles vergeht! Diese Erfahrung gewinnt der Menschen im Lauf seines Lebens unwillkürlich immer mehr. Das macht alles so fragwürdig, zweifelhaft und trostlos. Der Mensch möchte auf einem festen Grund stehen, Sicherheit haben, festhalten, bewahren und besitzen, was ihm zu Eigen ist. Er kann es nicht. Gott allein bleibt! Aber wer ist Gott? Wie erfahren wir von ihm? Was weist auf ihn als den Ursprung aller Dinge, als den Schöpfer, als den, der über aller Vergänglichkeit steht, auf den Ewigen hin? Alles, was uns vor Augen liegt, alles, in was wir mit unserem Geist eindringen, aber auch, wenn wir in uns hinein hören und darüber hinaus die Selbstoffenbarung Gottes in der Hl. Schrift. Ohne Gott gäbe es nur das Nichts. Die Erkenntnis Gottes liegt nicht auf der Straße. Sie ist ein Eindringen in ein wunderbares Mysterium, das denen geschenkt ist, die gelernt haben, sich nicht selbst zum Maßstab aller Dinge zu machen. Es ist beglückend und befreiend, tröstlich und verantwortungsvoll zu wissen: Gott allein bleibt. Wer auf ihn baut, baut für die Zukunft. Aus Liebe zu ihm! Der Bezugspunkt für unser Tun und Lassen ist aus dieser Einsicht heraus der ewige, reiche, immerwährende Gott. Er ist die Liebe. Die Liebe ist das Grundprinzip des Lebens. Lieben heißt: Was wir vollbringen, in eine herzliche, fruchtbare Beziehung bringen, Eigensinn und Eigensucht hinter sich lassen, die Liebeseinheit des dreifaltigen Gottes in die Welt einbringen. Dann ist unser Tun und dann sind wir selbst der Vergänglichkeit entzogen.
Westfalen Blatt Nr. 266 / 14. Nov 2009 |


