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| "Wir wollen Jesus sehen!" |
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| Geschrieben von: Stefan Stratmann |
| Samstag, den 28. März 2009 um 01:00 Uhr |
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Traditionellerweise werden an diesem Sonntag, dem 5. Fastensonntag, die Kreuze in den Kirchen verhüllt. Am Karfreitag, währende der feierlichen Liturgie des Leidens und Sterbens Christi, enthüllt der Priester das Kreuz, um es den Gläubigen zu zeigen und zur Verehrung einzuladen. Zwei Wochen also, bleibt das Kreuz verborgen und wir sehen nicht mehr den gekreuzigten Herrn, der sterbend die Arme ausbreitet, um die ganze Welt zu umfangen. Gerade an diesem Sonntag hören wir im Evangelium die Bitte griechischer Pilger an die Apostel: "Wir wollen Jesus sehen!". Auf den ersten Blick scheint es, dass dieses Evangelium völlig unpassend gewählt worden ist. Das Kreuz wird verhüllt gerade an dem Sonntag, an dem auch wir uns den Wunsch dieser Pilger zu Eigen machen sollen: "Wir wollen Jesus sehen!" Aber vielleicht ist es ja genau umgekehrt, dass gerade das Zeichen der verschleierten Kreuze in uns das Verlangen weckt, Jesus zu sehen, Ihn wieder zu sehen und sein Bild vor Augen zu haben. Das verhüllte Kreuz will uns daran erinnern, dass es - noch vor all den vielen Wünschen, Bitten, Sehnsüchten und Träumen unseres Lebens - darum geht, Jesus sehen zu wollen. und in der Begegnung mit ihm heil zu werden. Wir können heute nicht dem Blick der Apostel und der griechischen Pilger von damals folgen und unser Augenmerk auf Jesus richten, nicht sehen, wo er wohnt und wie er lebt. - Oder können wir doch? Wir können es! - Heute werden wir geführt durch den Brauch der verhüllten Kreuze. Denn anders als damals ist Jesus heute immer verborgen und verhüllt unter uns gegenwärtig. Ich kann ihn also doch sehen! In der Schönheit der Schöpfung kann ich Gottes Spur erkennen. Im menschlichen Gegenüber entdecke ich Gottes Bild, denn als Abbild Gottes sind wir geschaffen. Ich höre Gott in seinem Wort, der heiligen Schrift, zu mir sprechen. Kann seine Gegenwart im Gebet erfahren. Aber vor allem schaue ich Jesus Christus in den Sakramenten der Kirche. Hier ist er real sichtbar unter den Zeichen des Sakramentes anwesend und begegnet mir. Ich muss nur die Augen des Glaubens, mein Herz ihm öffnen!
Westfalen Blatt Nr. 74 / 28. März 2009 |


